Archive for Mai, 2010

Das Kaffee-Vokabular

Endlich zeigt sich die Sonne quer über Europa wieder etwas regelmäißger und man kann mit Sicherheit sagen, dass der Sommer nun da ist. Sommer heisst: längere Tage draußen, Grillabende, Picknicks in Parks, Schwimmbad-Saison, Fahrradtouren, Treffen in Biergärten und Cafés und natürlich Urlaub. Ob zu Hause, beim Wochenend-Trip oder im Ausland, so gehört der Kaffee an großen öffentlichen Plätzen für viele Menschen zum Sommer dazu. Draussen sitzen, sich der Sonne erfreuen, das Stadtleben bewundern und dabei einen Cappuccino oder Latte macchiato genießen. B ei der Kaffeebestellung kann sich jedoch auch der beste Kaffeekenner schnell mal vertun. Dank des Erfolgs von Ketten à la Starbucks, wird das Kaffee-Vokabular ständig um Begriffe wie Frappuccinos oder dergleichen erweitert. Hinzu kommt, ob der Kaffee auf italienisch (z.B. Caffè latte) oder französisch (z.B. Café au lait) bestellt wird und man erhält ein anderes Getränk, als man ursprünglich wollte.

Ich bin vor kurzem auf ein kleines Glossar auf Welt.de gestoßen, welches jedem Kaffeetrinker aushelfen sollte, egal in welchem Land er bestellt.

Espresso: Kleiner Kaffee (25 Milliliter), für den Wasser mit hohem Druck durch gemahlenes Kaffeemehl gepresst wird.

Espresso lungo: Ein “verlängerter” Espresso mit doppelt so viel Wasser wie in den einfachen.

Espresso doppio: Zwei Espressi (50 Milliliter) in einer Tasse.

Espresso ristretto: Espresso, der mit sehr wenig Wasser (rund 15 Milliliter) zubereitet wird.

Caffè macchiato: Espresso mit einem Schluck Milch und heißem Milchschaum.

Cappuccino: Je ein Drittel Espresso lungo, heiße Milch und Milchschaum.

Café au lait: Französischer Milchkaffe, der je zur Hälfte aus Filterkaffee und heißer Milch besteht. Häufig wird er mit Milchschaum – und nicht mit Sahne – serviert.

Caffè latte: Italienischer Milchkaffee. Zusammengestellt aus einem Espresso doppio und viel heißer Milch.

Coretto: Ein Espresso mit einem Schuss Grappa, Weinbrand oder anderem Likör.

Café Crème: Ein Espresso mit Rahm. Wird auch Schümli oder Café Suisse genannt.

Latte macchiato: Italienisch für “befleckte Milch”. Kommt in drei Schichten in ein hohes Glas. Die unterste ist heiße Milch, die zweite ein Espresso, die dritte Milchschaum.

Flavoured Coffee: Kaffee mit Sirup. Es gibt viele Geschmacksrichtungen, von Karamell bis Amaretto.

Wiener Melange: Besteht aus je einem Drittel Mokkakaffee, heißer Milch und etwas aufgeschäumter Milch.

Genießt euren Kaffee und den Sommer!

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Tor! Goal! Gol!

Es ist noch nicht ganz so weit. 20 Tage sind wir noch entfernt vom sportlichen Supereignis des Jahres – der Fussballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika. Während sich die Spieler und Trainer längst in Ihre Trainingslager begeben haben, wird es so langsam auch für uns Fans Zeit, sich vorzubereiten auf 4 Wochen Fussballkunst und tagtägliche Diskussionen über Abseitstore Tore am Abend zu vor oder Aufstellungen für das kommende Spiel. Dank internatioaler werdenden Stadtbildern oder eigenen Reisen in die Fremde während des Sommers, werden solche Gespräche nicht nur in Deutsch, sondern auch in anderen Sprachen geführt. Die Euphorie welche solche Ereignisse normalerweise umgibt, macht es einfach Konversationen in Fremdsprachen zu führen, da gemeinsames Verständnis und große Offenheit das Miteinander beherrschen. So könnte es sich auf für Nicht-Fussballinteressierte lohnen, die ein oder andere Vokabel zum Sport zu lernen.

Für diesen Zweck gibt es nun die Babble iPhone App. Ausgerichtet für sieben Sprachen und 42 Sprachkombinationen ist jeder im Nu in der Lage Schiedsrichterentscheidungen auf Französisch anzufechten oder Italieniern die Taktik der eigenen Mannschaft zu erläutern. Wie ich meine ein tolles Programm, um vor allem im Ausland schnell Sympathien zu gewinnen oder humorvollen Wettbewerb aufkommen zu lassen. Folgende Sprachen sind in der App inklusive: Französisch, Spanisch, Italienisch, Englisch, Schwedisch und Brasilianisch (Portugiesisch). Die App gibt es selbstverständlich hier.

Dies erinnert mich auch an einen etwas kleineren Rahmen im Sommer 2007, als ich mich für einige Wochenenden in Paris befand und dort ein Beachvolleyballturnier aufsuchte. Speziell die brasilianischen Fans waren sehr elektrisierend und aktiv, dass man einfach dazu gehören wollte. Leider kannte ich zu der Zeit weder die Sprache, noch die  Regeln vom Beachvolleyball, so dass eine Mischung aus Französisch und Englisch meine Kontaktaufnahme überwiegten. Gute Nachricht für alle Menschen ohne iPhone: Ich war erfolgreich. Gewiss ein holpriger Start, bekamen wir den Stein irgendwann ins Rollen und ich wusste schon bald: „Série!“ und „Vitória!“

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Adoptivsprache

Ein interessanter Artikel von Brigitte Jostes im Tagesspiegel thematisiert Deutsch als Fremdsprache vor dem Hintergrund der Wordkreation „Adoptivsprache“ als Analogie für Fremdsprachenerwerb. Während sich die Autorin vorwiegend mit dem Deutschen auseinander setzt und dabei an eine bessere Identifikation mit der eigenen Sprache zu Gunsten der Außendarstellung und Werbefähigkeit appelliert, habe ich großen Gefallen an der Metapher „Adoptivsprache“ gefallen und mich damit näher befasst.

Offensichtliches Ziel der Wörtschöpfung war es, das Konzept des Erlernens von Fremdsprachen schmackhafter zu machen. Während Englisch mittlerweile unabdingbar für berufliche und interkulturelle Begegnungen ist und es somit fast schon zur Selbstverständlichkeit gehört, dass Anglo-Säxische zu beherrschen, so kämpfen andere Fremdsprachen mit solch einem globalen Verkaufsargument. Französisch rein für berufliche Zwecke? Italienisch nur für authentischere Pizza-Bestellungen? Diese ökonomische Betrachtungsweise lässt nicht nur tiefgründigere Motivation vermissen, sondern resultiert zu meist auch nur in kurzfristige und unerfolgreiche Lernepisoden aufgrund der Halbherzigkeit. Die Idee eine weitere Fremdsprache als Adoptivsprache zu betrachten halte ich für eine tollen Vergleich, der Verpflichtung durch sorgfältige Überlegung und natürlichem Interesse symbolisiert. Freude an der Kultur des Landes, wie schon in vergangenen Einträgen aufgegriffen, sollte das Züglein an der Waage sein, und steuert immens dazu bei aus einer Fremdsprache (Adoptivsprache) eine weitere Muttersprache zu formen.

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Das Comenius-Programm – Schüleraustausch mit Hilfe der EU

Vergangene Woche bin ich über einen Online-Artikel in der Aachener Zeitung gestolpert, der das Comenius-Programm der EU anhand des teilnehmenden Inda-Gymnasiums in Kornelimünster beschreibt. Anhand des Artikels kann das Programm am besten als Riesenschüleraustausch definiert werden. Innerhalb von nur zwei Jahren besuchen sich sechs Schulen aus fünf verschiedenen Ländern Europas. Nicht nur Fremdsprachenkenntnisse werden verbessert und neue interkulturelle Freundschaften werden geschlossen, sondern fremde, innereuropäische Kulturen werden ebenfalls besser kennen gelernt.

Im offiziellen Bericht der Europäischen Kommission wird das Ziel des Comenius-Programms wie folgt beschrieben:

Eingebunden in das Programm für lebenslanges Lernen, ist Comenius bestrebt, bei jungen Menschen und Lehrkräften das Wissen und das Verständnis für die Vielfalt der europäischen Kulturen, Sprachen und Werte zu fördern. Es hilft jungen Menschen beim Erwerb der grundlegenden Lebensfertigkeiten und der erforderlichen Kompetenzen für ihre Persönlichkeitsentwicklung, für eine zukünftige Beschäftigung und für eine aktive Unionsbürgerschaft.

Ich bin der Meinung, dass es sich hierbei um ein tolles Projekt handelt. Selbst früher Teilnehmer mehrerer Austauschprogramme nach Frankreich, Italien und die USA gewesen, sehe ich den Kontakt mit Muttersprachlern nach wie vor als beste Lernmethode, eine Fremdsprache zu verbessern. Hinzu kommt, was ich auch jedem Kursteilnehmer bei Language Trainers ans Herz legen kann, ist das man sich mit der Kultur der Sprache auseinander setzt. Möglicherweise war dies sogar der Ausschlaggeber überhaupt die Sprache zu lernen, nichts desto trotz bindet einen die Kultur näher an die Sprache und schafft somit einen Bezug der kontinuierlich als Motivationsschub dienen kann. Mir erscheint das Comenius-Programm eine tolle Chance, eigene Erfahrungen innerhalb Europas zu sammeln. Ich hoffe, dass die Schüler des Inda-Gymnasium hatten und werden noch schöne weitere Besuche haben und das weitere Schulen in Deutschland sich ein Beispiel daran nehmen.

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