Archive for Juli, 2010

Überraschendes und vorhandenes Hilfsmittel

Ein wenig Allgemeinwissen, dass niemanden überraschen sollte, lautet wie folgt: Menschen, welche ein Instrument spielen, haben ein besseres und aufmerksameres Gehör. Soweit so gut. Was hat das mit Sprachen zu tun fragen Sie sich jetzt. Ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung berichtet von einer Studie an einer amerikanischen Universität, welche belegt, dass die kontinuierliche Verbesserung des Gehörsinns durch das Spielen eines Instrumentes, ebenso zusätzliche kognitive Merkmale belebt. Im gewöhnlichen Alltag wissen sich somit Musiker besser akustische Informationen zuzuordnen und zu verarbeiten. Zu akustischen Informationen gehört selbstverständlich auch die Sprache. Ein Resultat zusammengefasst im Artikel bringt es genauer auf den Punkt.

So täten sich Musiker unter anderem leichter, die Tonstrukturen von Fremdsprachen zu erlernen und gesprochene Sprache aus Umgebungslärm herauszufiltern -…

Dies sind beides, zwei interessante Ergebnisse der Studie und hilfreich für Sprachanfänger. Nicht nur steigt die Fähigkeit sich phonetisch der Sprache besser nähern zu können, sondern ebenso ergibt sich ein Vorteil in den Anwendungssituation für Fremdsprachen. Ausländische Cafés oder Restaurants, gefüllt mit Leuten und Musik, stellen weniger Hindernisse für den geschulten Musiker dar. Vielleicht nicht für alle überraschende Ergebnisse, da das Musizieren schon seit längerem mit höherer Intelligenz assoziiert wird, allerdings überzeugen diese Erkenntnisse auch mich, nochmal die alte Blockflöte aus der Kommode zu holen. Wer weiß, möglicherweise helfen die ein oder anderen Tonleitern ja umgehend beim nächsten Diktat oder Gespräch im Pub.

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Internationale Pressestimmen

Die Fussball-Weltmeisterschaft ist vorbei und viele Zeitungen und ihre respektiven Internetpräsenzen werden vermutlich wieder ruhiger, wenn es darum geht die ausländische Presse zu zitieren. Bei sportlichen Großturnieren ist es ein beliebtes Mittel, um Meinungen und Stimmen aus anderen Ländern einzufangen und dabei, wie der letzte Eintrag erläuterte, eine andere Perspektive auf ein bekanntes Licht zu werfen. Selbstverständlich handelt es sich hierbei um eine zügige Prozessabwicklung, damit idealerweise schon am gleichen Tag mit den deutschen Schlagzeilen, die internationalen Zeilen zum Vergleich hergezogen werden können. Das es dabei möglicherweise zu merkwürdigen Übersetzungen kommen kann, mag dem ein oder anderen aufmerksamen Leser schon aufgefallen sein.

Ein Parade-Beispiel dafür hat Lukas Heinser für den Bildblog vergangene Woche geschildert. Nachdem, für deutsche Fans, enttäuschendem Ergebnis im Halbfinale gegen Spanien, tauchte folgender Übersetzung eines New York Times Artikels zum Spiel auf:

„Der Patient Spanien serviert einen K.o.“

Eine Aussage, welche beim ersten Lesen nicht sofort für Verwirrung stiften muss, sollte jedoch spätestens beim zweiten Blick ein Runzeln auf der Stirn verursachen. Patient Spanien? Warum Patient? Wie Lukas Heinser sarkastisch bemerkt, kann sich wohl kaum um die eigentliche Mannschaft handeln, welche topfit und ohne Verletzungssorgen (einzige Ausnahme, ein angeschlagener Fernando Torres) in das Spiel gegangen ist. Statt nun nach weiteren Interpretationen für die Metapher zu suchen, könnte es einfacher sein, sich dem Originalartikel der New York Times zu widmen.

„Patient Spain delivers a Knockout.“

Ahhh! Nicht der Patient Spanien, sondern vielmehr das geduldige Spanien, welches sich nicht von der deutschen Abwehr hat frustrieren lassen und konzentriert bis zum siegreichen Kopfballtor von Puyol 15 Minuten vor Spielschluss weiter spielte. Das macht mehr Sinn.
Beim nächsten internationalen Pressespiegel mal genauer hinschauen und prüfen, ob sich nicht wieder ein Fauxpas eingeschlichen hat.

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Der Beweis: Sprachen machen schlauer

Es wurde zuletzt eine Studie der Amerikanischen Universität in Sharjah (Vereinigte Arabische Emirate) veröffentlicht, welche unter der Obhut von Anatoliy Kharkhurin zeigt, wie die kreative Leistung von mehrsprachig sprechenden Testpersonen, die von einsprachigen übersteigt. Die Eigenschaft zwei oder mehr Sprachen sprechen zu können (in der eigentlichen Studie wurden Bilinguale gegen Monolinguale verglichen, s. Hier) fruchtet in innovativere und schärfere Problemlösung. Dabei sind es vor allem die zusätzlichen kognitiven Fähigkeiten, erlernt und vorhanden durch die zusätzliche Sprache, welche es mehrsprachig sprechenden Menschen ermöglicht, Probleme aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und somit kreativere Lösungsvorschläge hervorzubringen. Natürlich ist dies besonders hilfreich in IQ-Tests, so dass es niemanden verwundern sollte, dass Herr Kharkurin zum Entschluss kommt, dass, in seinem Fall, Bilinguale besser bei Intelligenztests abschneiden, also effektiv schlauer sind.

Selbige Erfahrung habe ich auch schon gemacht im Rahmen meiner Universitätszeit hier in London. Aufgrund der hohen Internationalität des Instituts findet man sich tagtäglich mit Gesprächspartnern aus der UK, Indien, den USA, Australien oder dem Nahen Osten im Gespräch. Kulturelle Unterschiede und Besonderheiten kommen dann schnell an die Vorfront und erweitern den eigenen Horizont bezüglich fremder Sitten. Dies wird besonders interessant wenn man reflektiert bekommt, wie die persönlichen Angewohnheiten oder heimatische Politik im Ausland wahrgenommen werden. Ein völlig anderes Bild entsteht, was einem hilft selbst bekannte Muster kritischer zu beäugen. Die Grundvoraussetzung für diesen wie auch den folgenden Fall, ist die Beherrschung einer Fremdsprache, welche die Kommunikation ermöglicht. Ich empfehle zunehmend ausländische Tageszeitungen, da sie auf der einen Seite ein toller Spiegel der örtlichen Kultur sind und des weiteren ein zweites oder drittes Licht auf bekannte Probleme werfen. Somit erweitert man auch seine eigenen Möglichkeiten und wie Herr Kharkurin heraus fand, wird man zusätzlich schlauer.

Wenn das keine Motivation ist noch heute mit einer neuen Fremdsprache zu beginnen oder eingerostete Kenntnisse wieder aufzufrischen, dann weiß ich auch nicht. Auf geht’s und noch heute die Bücher und Vokabellisten wieder herausholen, oder hier mit uns in Kontakt treten.

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