{"id":1555,"date":"2013-11-15T03:38:45","date_gmt":"2013-11-15T02:38:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.language-trainers.de\/blog\/?p=1555"},"modified":"2013-11-15T03:38:45","modified_gmt":"2013-11-15T02:38:45","slug":"googeln-verboten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.language-trainers.de\/blog\/googeln-verboten\/","title":{"rendered":"Googeln verboten!"},"content":{"rendered":"<p dir=\"ltr\"><strong>Warum Google nicht mag, wenn wir googeln sagen.<\/strong><\/p>\n<p dir=\"ltr\">\u201cHast du irgendwo den Scotch gesehen?\u201d wurde ich vor nicht allzu langer Zeit auf Spanisch gefragt. Ich schaute meinen Freund \u2013 der gerade dabei war Fotos an der Wand zu befestigen \u2013 entgeistert an und blickte auf meine Armbanduhr. Scotch? Um zehn Uhr morgens? Als er meinen verst\u00f6ren Gesichtsausdruck sah, f\u00fcgte er auf deutsch (Das hat er w\u00e4hrend eines Austauschjahres in \u00d6sterreich gelernt) hinzu: \u201cIch meine nat\u00fcrlich<strong> Tixo<\/strong>!\u201d Ich verstand gar nichts mehr.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Ein kurzer Blick ins Internet brachte die Erkenntnis: Er war auf der Suche nach <strong>Tesafilm<\/strong>. Das <strong>Klebeband<\/strong> ist n\u00e4mlich ein Alltagsgegenstand mit tausend Namen: Was wir<em> Tesa<\/em> nennen, kennen die \u00d6sterreicher unter der Bezeichnung <em>Tixo<\/em>. In anderen Regionen der Welt \u2013 wie Nord- und S\u00fcdamerika, aber auch Frankreich \u2013 kann man sich mit Scotch nicht nur einen Rausch antrinken, sondern auch Bilder an die Wand kleben. In England, Australien und Japan kennt man das Klebeband unter dem Namen <em>Sellotape<\/em>, woher sich auch die spanische Bezeichnung<em> Celo<\/em> oder<em> Cello<\/em> ableitet. Gemeinsam haben alle diese Begriffe, dass sie<strong> urspr\u00fcnglich eine Markennamen<\/strong> bezeichnen.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Solche sogenannten <strong>generischen<\/strong> oder<strong> generalisierten Markennamen<\/strong> entstehen dann, wenn ein Produkt neu eingef\u00fchrt wird, und es nur wenige oder gar keine Konkurrenzprodukte gibt. Wenn diese schlie\u00dflich angeboten werden, hat sich der Markenname bereits so stark etabliert, dass er als <strong>Oberbegriff<\/strong> f\u00fcr alle Produkte dieser Art herhalten muss.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.language-trainers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/argentina_nuevo.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-1558 alignleft\" alt=\"argentina_nuevo\" src=\"http:\/\/www.language-trainers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/argentina_nuevo.jpg\" width=\"389\" height=\"257\" srcset=\"https:\/\/www.language-trainers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/argentina_nuevo.jpg 1000w, https:\/\/www.language-trainers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/argentina_nuevo-300x198.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 389px) 100vw, 389px\" \/><\/a><\/p>\n<p dir=\"ltr\">In der Schublade mit den B\u00fcromaterialien hat so ziemlich alles, was sich mit dem Pr\u00e4dikat \u201cklebrig\u201d versehen l\u00e4sst, eine Bezeichnung, die von einem Markennamen stammt: das belegen <strong>Uhu<\/strong>, <strong>Prittstift<\/strong>, <strong>Edding<\/strong> und <a href=\"http:\/\/www.language-trainers.de\/blog\/2013\/10\/08\/vokabeln-fur-faule\/\">Post-It<\/a>. Und niemand w\u00fcrde wohl auf die Idee kommen <strong>Tipp-Ex<\/strong> als <em>Korrekturfl\u00fcssigkeit<\/em> zu bezeichnen.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Diese <strong>Integration von Markennamen in die Alltagssprache<\/strong> geht manchmal sogar so weit, dass der Bezug zum Markenprodukt vollkommen verschwindet. Der <strong>F\u00f6hn<\/strong> zum Beispiel: Es handelt es sich dabei um einen Markennamen, den sich die AEG 1908 sch\u00fctzen lie\u00df. Urspr\u00fcnglich ohne h geschrieben, leitete sich die <strong>Marke F\u00f6n<\/strong> vom Wetterph\u00e4nomen F\u00f6hn ab, der trockene, warme Winde in Gebirgsregionen bezeichnet. Dies wissen heute nur noch die wenigsten. Auch hinter Begriffen wie <strong>Walkman<\/strong>, <strong>Jojo<\/strong>, <strong>Plexiglas<\/strong> oder <strong>Thermos<\/strong> d\u00fcrften die wenigsten Markennamen vermuten.<\/p>\n<p dir=\"ltr\"><a href=\"http:\/\/www.language-trainers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/6a00d8341c6a7953ef0134851907f7970c-500wi.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-1559 alignright\" alt=\"6a00d8341c6a7953ef0134851907f7970c-500wi\" src=\"http:\/\/www.language-trainers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/6a00d8341c6a7953ef0134851907f7970c-500wi.jpg\" width=\"300\" height=\"214\" srcset=\"https:\/\/www.language-trainers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/6a00d8341c6a7953ef0134851907f7970c-500wi.jpg 500w, https:\/\/www.language-trainers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/6a00d8341c6a7953ef0134851907f7970c-500wi-300x214.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Die meisten Unternehmen sind nicht besonders gl\u00fccklich dar\u00fcber, wenn ihre Marke zum allgemeinen Begriff f\u00fcr Produkte wird \u2013 so schmeichelhaft das auf den ersten Blick auch sein mag. Denn die Integration eines Markennamens in die Alltagssprache hat auch <strong>rechtliche Folgen<\/strong>: Das Unternehmen muss um den Schutz seiner Marke bangen. Deshalb startete die Firma <strong>Xerox<\/strong> (das in den USA als Begriff f\u00fcr Kopie oder <em>to xerox<\/em>: kopieren benutzt wird) sogar eine eigene Werbekampagne, um den Markennamen zu retten. Adobe schreibt in seine Gesch\u00e4ftsbedingungen, dass das Wort <em><strong>Photoshoppen<\/strong><\/em> nicht als Synonym f\u00fcr digitale Bildbearbeitung gebraucht werden darf. <strong>Google<\/strong> soll sogar bei den Herausgebern des altehrw\u00fcrdigen Oxford-W\u00f6rterbuchs interveniert haben, damit der Begriff <em>googeln<\/em> dort nicht als Synonym f\u00fcr \u201cIm Internet suchen\u201d gebraucht wird. Auch die Duden Redaktion bekam entsprechende Post von dem Konzern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Warum Google nicht mag, wenn wir googeln sagen. \u201cHast du irgendwo den Scotch gesehen?\u201d wurde ich vor&#8230;","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[79,82,74,17],"tags":[],"class_list":["post-1555","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-sprache","category-internetsocialmedia","category-technologie","category-witzigesundkurioses"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.language-trainers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1555"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.language-trainers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.language-trainers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.language-trainers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.language-trainers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1555"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.language-trainers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1555\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1562,"href":"https:\/\/www.language-trainers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1555\/revisions\/1562"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.language-trainers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1555"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.language-trainers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1555"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.language-trainers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1555"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}