{"id":2324,"date":"2014-07-08T10:21:18","date_gmt":"2014-07-08T09:21:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.language-trainers.de\/blog\/?p=2324"},"modified":"2014-07-08T10:21:18","modified_gmt":"2014-07-08T09:21:18","slug":"alle-sprachen-dieser-wm-teil-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.language-trainers.de\/blog\/alle-sprachen-dieser-wm-teil-ii\/","title":{"rendered":"Alle Sprachen dieser WM \u2013 Teil II"},"content":{"rendered":"<p><strong>In welche Sprachen die WM \u00fcbertragen wird \u2013 und in welche nicht<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.language-trainers.de\/blog\/2014\/07\/02\/alle-sprachen-dieser-wm\/\">Beim letzten Mal<\/a> erz\u00e4hlten wir, wie in Malta, Lateinamerika, Indonesien und Kirgisistan mit dem Problem der vielen verschiedenen indigenen Sprachen und der ausschlie\u00dflich in Weltsprachen \u00fcbertragenen WM umgegangen wird. Heute geht es um <strong>Indien, Nigeria und Kenia.<\/strong><\/p>\n<p>In <strong>Indien<\/strong> wird die <strong>Umstellung auf Kommentare in Hindi<\/strong> mitunter sogar <strong>mit Unmut<\/strong> aufgenommen. Hier ist man an die \u00dcbertragung auf Englisch gew\u00f6hnt, immerhin wurde\u00a0Fu\u00dfball <a href=\"http:\/\/www.language-trainers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/fussballindien.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-2325 size-medium\" src=\"http:\/\/www.language-trainers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/fussballindien-300x257.jpg\" alt=\"fussballindien\" width=\"300\" height=\"257\" srcset=\"https:\/\/www.language-trainers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/fussballindien-300x257.jpg 300w, https:\/\/www.language-trainers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/fussballindien.jpg 310w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>von der Insel hierher importiert. Die seltsamen Neologismen und verpatzte \u00dcbersetzungen, so meinen die Zuschauer, lenken bestenfalls nur ab. Allerdings spricht weniger als zehn Prozent der Bev\u00f6lkerung in Indien Englisch. Das Fu\u00dfball-Erlebnis war also bisher <strong>nur einer kleinen, sozial wie wirtschaftlich besser gestellten Schicht vorbehalten<\/strong>. Seit 2012 versuchen die lokalen und regionalen Sender deswegen, Sportereignisse auch in anderen regionalen Sprachen zug\u00e4nglich zu machen. Bei der diesj\u00e4hrigen WM k\u00f6nnen zum Beispiel die Bewohner des Bundesstaates Westbengalen 56 Spiele auf <strong>Bengalisch<\/strong> schauen.<\/p>\n<p>In einem anderen, ebenfalls wirtschaftlich schnell wachsenden Land ist ein \u00e4hnlicher Trend zu mehr regionalen Sprachen zu beobachten: in <strong>Nigeria<\/strong>. Der Sender OSMI, der die \u00dcbertragungsrechte f\u00fcr diese WM besitzt, zeigt die Spiele erstmals in <strong>Pidginenglisch<\/strong>, obwohl dies noch nicht einmal eine offizielle Sprache ist, sondern eine Mischsprache aus einem graamatikalisch stark vereinfachten Englisch mit Elementen ostafrikanischer Sprachen.<\/p>\n<p>In <strong>Kenia<\/strong> erg\u00e4nzen <strong>Radiokommentare<\/strong> in regionalen Sprachen die Fernseh\u00fcbertragung. Viele Zuschauer drehen den Fernseher leiser und das Radio auf, denn die meisten Kenianer sprechen besser <strong>Kiswahili<\/strong> als Englisch, erz\u00e4hlt Carol Radull, eine Sportjournalistin aus Nairobi. \u201eKenia hat einige sehr talentierte Fu\u00dfballkommentatoren. Und Kiswahili ist eine sehr animierte Sprache.\u201c Sie ist sich sicher, dass wenn die Radiosender auch andere regionale Sprachen wie Dholou, Luhya und Kisii anbieten w\u00fcrden, auch das viele Zuh\u00f6rer finden w\u00fcrde.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-2326 size-medium\" src=\"http:\/\/www.language-trainers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/fussballnigeria-300x168.jpg\" alt=\"fussballnigeria\" width=\"300\" height=\"168\" srcset=\"https:\/\/www.language-trainers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/fussballnigeria-300x168.jpg 300w, https:\/\/www.language-trainers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/fussballnigeria.jpg 640w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p><strong>Ana Williams<\/strong>, eine Linguistin der Northwestern University in Chicago und Autorin des Buches \u201eO Jogo Narrado\u201c (\u201eDas erz\u00e4hlte Spiel\u201c) meint, dass <strong>jede Kultur ihre Zeit brauche, um ihre eigene fl\u00fcssige Kommentiersprache zu entwickeln<\/strong>. Der Fu\u00dfball in Brasilien kam \u00fcber die Briten hierher, deswegen waren brasilianische Kommentare fr\u00fcher mit englischen W\u00f6rtern gespickt: \u201ecorner\u201c, \u201ereferee\u201c, \u201egoalkeeper\u201c,&#8230; \u201eAls der Fu\u00dfball die brasilianische Kultur v\u00f6llig durchdrungen hatte, wurden diese W\u00f6rter durch portugiesische Ausdr\u00fccke ersetzt\u201c, sagt Williams. So wird es auch mit anderen Sprachen sein, ist sie \u00fcberzeugt. \u201e<strong>Je beliebter Fu\u00dfball wird, desto mehr wird bei den Kommentaren die jeweilige Landessprache dominieren<\/strong>.\u201c<\/p>\n<p>Noch nie war Fu\u00dfball weltweit so beliebt wie heute. Wenn der Trend anh\u00e4lt, wer wei\u00df, vielleicht k\u00f6nnen die Kurden und die Malteser bald doch die Spiele in ihren eigenen Sprachen sehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In welche Sprachen die WM \u00fcbertragen wird \u2013 und in welche nicht Beim letzten Mal erz\u00e4hlten wir,&#8230;","protected":false},"author":6,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7,85,68,23],"tags":[113,6,239],"class_list":["post-2324","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-eventsundnews","category-interkulturelles","category-laender","category-sport","tag-fremdsprachen","tag-fussball","tag-wm-2014"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.language-trainers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2324"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.language-trainers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.language-trainers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.language-trainers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.language-trainers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2324"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.language-trainers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2324\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2327,"href":"https:\/\/www.language-trainers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2324\/revisions\/2327"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.language-trainers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2324"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.language-trainers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2324"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.language-trainers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2324"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}