philiplumbang.jpgDa denkt man, man beherrscht die englische Sprache recht gut, und trotzdem kommt es immer wieder zu seltsamen Begebenheiten, wenn man in den jeweiligen Ländern zu Besuch ist.

Ich erzähle immer wieder gerne die Anekdote, wie ich bei meinem Besuch in den USA bei allen möglichen Gelegenheiten – im Supermarkt, an der Tankstelle, im Restaurant – auf die Frage „How are you?“ stets kühn und äußerst ausführlich antwortete. Ich wunderte mich immer ein wenig, warum mich die betreffenden Fragesteller so seltsam ungeduldig anschauten, während ich ihnen erklärte, dass es mir sehr gut ginge (vielen Dank!) und was ich schon alles an dem Tag erlebt habe. Auch fragte ich mich, warum ich auf meine freundliche Gegenfrage nur einsilbige Antworten bekam. Erst nach mehreren Begegnungen dieser Art wurde mir die erschreckende Wahrheit klar: Keinen interessiert mein Tagesablauf. „How are you?“ ist lediglich eine Begrüßungsfloskel, ähnlich wie „Guten Tag“, nur in einer für Ausländer tückischen Frage versteckt. Und ich falle natürlich drauf rein. Schade, dass das einem keiner in der Schule beibringt und mir das nach so vielen Jahren erst auffällt…

Ähnlich verhielt es sich, als ich kürzlich in London blasengeplagt in eine Drogerie hineinhumpelte, um nach „band aids“ zu fragen. Gemeint waren die „plaster“, die mir der Verkäufer erst nach ausführlicher Beschreibung meiner Symptome freundlich überreichte.

Lustig wird es aber erst dann, wenn ein und dasselbe Wort zwei verschiedene Bedeutungen haben. Je nachdem, wie wichtig einem der Nachmittagssnack ist, kann das fatale Folgen haben: Interessant für mich war in dieser Hinsicht der Unterschied zwischen englischen und US-amerikanischen Muffins. Ist der englische Muffin eher ein toastähnliches Gebäck, handelt es sich bei der anderen –in Deutschland unter dem Namen sicher bekannteren – Variante um einen kleinen Mürbeteigkuchen.

Diese kleinen Details fallen einem als Ausländer nur zufällig auf, aber es macht Spaß, sie zu entdecken und weiterzugeben. Faszinierend, aber bei genauerer Betrachtung nicht so überraschend war auch, dass US-Amerikaner seltener britische Ausdrücke kennen als andersherum. Das liegt vermutlich an dem großen – vor allem medialen – Einfluss der USA auf Großbritannien.

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