„Language is the dress of thought!“ – Samuel Johnson

Samuel Johnson – der wichtigste Gelehrte und Literat Englands im 18. Jahrhundert  ist nach Shakespeare der am zweithäufigsten zitierte englische Schriftsteller. Er schrieb zahlreiche einflussreiche Biografien und Literaturkritiken und war Schlüsselfigur des kulturellen Lebens Londons zu jener Zeit. Ganz besonders bekannt ist er für sein Wörterbuch Dictionary of the English Language, an dem er neun Jahre arbeitete und das er fast im Alleingang verfasste – Unterstützung bekam er lediglich durch seine Angestellten, die seine markierten Literaturverweise verschriftlichten.

Die englische Schriftsprache war Mitte des 18. Jahrhunderts äußerst uneinheitlich und es fehlten Normen und Rechtschreibregeln. Daher fanden sich mehrere Verlage zusammen, die Johnson den Auftrag erteilten, innerhalb von drei Jahren ein Wörterbuch zu verfassen, das die wichtigsten Wörter der englischen Sprache beinhalten und künftig ein Regelwerk sein sollte. Im Laufe seines Lebens nahm Johnson einige Veränderungen und Ergänzungen vor – insgesamt beinhaltet das Werk ca. 42.000 Wörter.

Anders als die Wörterbücher heute zeichnet sich Johnsons Dictionary besonders durch seinen Humor aus. Viele Erklärungen und Definitionen sind geprägt von Sprachwitz und politischen Spitzen, aber auch sich selbst nahm Johnson an einigen Stellen gern auf die Schippe. So definiert er einen Lexikograf als einen “writer of dictionaries, a harmless drudge …“.

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Trotz vieler aus heutiger Sicht fragwürdiger Definitionen und Herangehensweisen an Aspekte wie Aussprache oder Etymologie war Johnsons Wörterbuch lange Zeit das Standardwerk. Heute sind Linguisten, Literaturwissenschaftler und Historiker  vor allem für den großen Korpus an umgangssprachlichen Wörtern der damaligen Zeit dankbar. In seiner Bedeutung abgelöst wurde das Johnson Dictionary erst Ende des 19. Jahrhunderts durch das Oxford Dictionary, das vermutlich jeder im Schrank stehen hat, der Englisch lernt oder gelernt hat.

Einige Exemplare des Wörterbuchs sind noch erhalten – im Johnson House am Gough Square in London kann man sich eines davon ansehen – und Johnsons eindrucksvolles Haus mit samt seiner Bibliothek bestaunen.

 

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