504bc3f771b27.preview-620.jpgOb in der Schule, im Büro oder in den öffentlichen Verkehrsmitteln: Smartphones gehören inzwischen zum Alltag vieler Menschen. Besonders ihre verstärkte Nutzung in Schulen stellt mehr und mehr ein Problem dar. War es vor zehn Jahren noch eine Ausnahme, wenn ein Kind ein Mobiltelefon besaß, sind heute diejenigen Außenseiter, die nicht mit den neuesten Geräten, den besten Apps und den meisten Kontakten aufwarten können.

Heute sind Smartphones als ständige Begleiter verstärkt zum Problem geworden. So nutzen auch immer mehr Schüler ihre Mobiltelefone im Unterricht, wo sie tweeten, surfen und chatten. Das betrifft sowohl den Französischunterricht in Hamburg, den Physikkurs in München als auch die Kunststunde in Berlin: Denn das Phänomen ist bundesweit zu beobachten.

Studien haben gezeigt, dass die Nutzung der Smartphones im Unterricht und auch in den Pausen zu verminderter Konzentrationsfähigkeit bei den Schülern führt. Durch die permanente Beschäftigung mit den Geräten wird dem Lehrstoff zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt und die Zeiten der Erholung zwischen den Unterrichtseinheiten, die dem Gehirn eigentlich eine Auszeit ermöglichen sollen, verlieren ihre Wirkung. Das Ergebnis sind Konzentrationsstörungen und Stress. Auf lange Sicht erwartet die Schüler ein erheblicher Leistungsabfall.

Von den Leistungsbeeinträchtigungen abgesehen, erleichtern die internetfähigen Smartphones auch das Schummeln in Testsituationen. Weiterhin geschieht es immer häufiger, dass mit dem Handy aufgenommene Filme herumgereicht oder ins Netz gestellt werden – oft ohne Wissen oder Zustimmung der Gefilmten. Zwar gab es schon immer Außenseiter in Klassen, doch was einst innerhalb der Schulmauern blieb, bekommt heute durch die technischen Möglichkeiten der Smartphones mit integrierter Kamera und Internetzugang ganz andere Dimensionen.

Viele Schulen haben bereits Maßnahmen ergriffen: Von der Abgabe der Handys beim Lehrer bei Unterrichtsbeginn bis zum kompletten Handyverbot auf dem Schulgelände setzen sich Schulleiter bundesweit für bessere Lernbedingungen ein. Allerdings erkennen sie auch die Grenzen dieser Verbote: Die Nutzung moderner technischen Möglichkeiten sollte kontrolliert auch im Klassenzimmer möglich sein.

Immer mehr Pädagogen verlangen daher nach einer stärkeren Förderung der Medienkompetenz sowohl bei Kindern und Jugendlichen als auch bei Lehrern und Eltern. Konzepte zur kontrollierten Einbindung des world wide web in den Unterricht sollen eine konstruktive Nutzbarmachung der neuen Medien gewährleisten. Zudem müssen auch psychologische Themen wie Internetabhängigkeit und Mobbing angegangen werden.

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